Lohnt sich ein Auto für mich?

Auto fahren, Freiheit genießen. Viele Schweizer würden nur ungern auf ihr Vierrad verzichten - obwohl die steigenden Preise für Benzin zumindest zum Nachdenken anregen sollten, ob sich das Auto wirklich lohnt.

Autos sind nach wie vor auf der Überholspur. Trotz europaweiter Wirtschaftskrise konnte die Autoindustrie auch das letzte Jahr mit steigenden Verkaufszahlen dagegenhalten. Die Menschen geben immer mehr Geld für ihr Auto aus. Die Preise sind im vergangenen Jahr für neue und gebrauchte Pkw deutlich gestiegen.

In einer gewissen Schicht scheint ein Auto zum täglichen Leben einfach dazuzugehören. Die Frage nach Nutzen und Kosten wird nicht gestellt, weil das Geld für die Anschaffung eines Autos einfach vorhanden ist.

Doch in einer Zeit von steigenden Benzinpreisen und immer teureren Unterhaltskosten für ein eigenes Auto, wächst auch die Schicht derer, die sich den Unterhalt des eigenen Vehikels immer schlechter leisten kann. So manch ein Autobesitzer muss umdenken und sich die Frage stellen: Lohnt sich ein Auto für mich? Besonders Fahranfänger werden mit dieser Frage konfrontiert.

Die Frage nach dem Mehrwert

Bevor man Kosten gegenüberstellt und die Frage der Wirtschaftlichkeit beantwortet, sollte man sich die Zeit nehmen zu überlegen, welchen Nutzen einem ein eigenes Auto verschaffen kann.

Als erstes wäre hier sicherlich der Weg zur Arbeit, Schule oder Ausbildung zu nennen. Längere Arbeitswege verursachen häufig eine Menge an Probleme, wenn kein Auto zur Hand ist: Ständiges Umsteigen in der U-Bahn, verspätete Züge, oder Regen, Wind und Sturm auf dem Fahrrad führen nicht selten zu Stress, der krank machen kann. All diese Probleme hat man mit dem eigenen Auto natürlich nicht. Liegt der Arbeitsplatz zudem noch in einem Gebiet, welches mit öffentlichen Verkehrsmitteln nur schwer zu erreichen ist, spart man mit dem Auto viel Zeit und Nerven.

Die Vorteile eines eigenen Autos lassen sich deshalb leicht beantworten. Doch wie alles, hat auch der PKW negative Aspekte, die durchaus ausschlaggebende Argumente gegen eine Anschaffung sein können.

Vorteile Nachteile
Die Mobilität und Flexibilität wird mit dem Vierrad enorm gesteigert. Man ist unabhängig und in seiner Beweglichkeit nicht eingeschränkt. Das Auto ist alles andere als umweltfreundlich. Hinzu kommen Kosten für Benzin, Steuer und Versicherung sowie die Anschaffungskosten. Das kann ganz schön ins Geld gehen.

 
Je geringer der persönliche Mehrwert für jeden einzelnen wird und je höher die Kosten für dieses Luxusgut steigen, desto schneller nähert man sich einer kritischen Grenze, wo sich die Frage nach der Sinnhaftigkeit eines eigenen Autos stellt.

Der Kosten-Nutzenvergleich

Jeder Mensch kann die Kosten des eigenen Autos pro Jahr ganz einfach ermitteln. Zunächst muss der Anschaffungspreis durch die geschätzte Laufzeit auf das Jahr umgerechnet werden. Diesen Preis addiert man zu den Benzinkosten. Weitere Kosten entstehen durch die Steuer und Versicherung sowie durch Reparaturen und Inspektionen. All dies ist stark vom Autotyp und vom Alter des PKW abhängig. Neue Autos haben zum Beispiel einen höheren Anschaffungspreis, dafür vielleicht einen günstigeren Spritverbrauch und müssen weniger zur Reparatur.

Wem diese Rechnung zu kompliziert ist, kann sein Auto mit der Schwacke Liste errechnen. Einen klasse Rechner findet sich auf der Webseite eurotaxglass.ch

 
Dem Ganzen stellt man nun die Kosten für alternative Beförderungsmethoden gegenüber. Was kostet mich das Ticket für die Bahn, den Bus oder das Taxi? Gerade wenn man nicht die Möglichkeit hat Fahrgemeinschaften zur Arbeit zu bilden, kann ein täglicher, langer Arbeitsweg mit dem Nah- und Fernverkehr sehr viel günstiger sein.

Doch der Weg zur Arbeit ist nicht die einzige Strecke, die überwunden werden muss. Es sind gerade die Wege, die nicht regelmäßig geplant werden können, die ein Auto so sinnvoll machen. Wie komme ich schnell ins Krankenhaus, wie spät abends in die Disko oder am Wochenende zur Oma? Wie transportiere ich den schweren Einkauf nach Hause oder das Altglas zum Container? Es sind gerade die kleinen, unplanmäßigen Dinge, die den Kauf eines Autos so sinnvoll und nötig machen.

Ein billiges Auto als Alternative

Deshalb ist die Antwort sehr häufig eindeutig: Der Mehrwert der Mobilität und die Flexibilität im Anschaffungspreis sprechen ganz klar für ein eigenes Auto. Gerade durch die Wahl eines Gebrauchtwagens lassen sich die Kosten fast immer so stark senken, dass sich der Kauf eines eigenen PKWs lohnt.

Soll es hingegen ein Neuwagen sein, lohnt der Blick auf die Preise der verschiedenen Hersteller.
Neidisch geht der Blick hier nach Asien, wo die Kosten für einen günstigsten Neuwagen etwa in China, Indien oder Korea zwischen 2'500 und 3'500 Franken liegen. Bei uns fängt das untere Preissegment bei knapp 10'000 Franken an. Diesen Preis bot Fiat zur Markteinführung des neuen Panda für 3 Monate an. Auch das Einstiegsmodel des Nissan Pixo gibt es für den gleichen Preis.

Das momentan billigste Auto in der Schweiz wird von Dacia, dem Tochterunternehmen von Renault, produziert. So gibt es die Sandero-Modelle für unter 10'000 Franken (für nämlich ganze 8'900 Franken). Böse Münder tuscheln jedoch über die Sicherheitsmängel, welche die in Rumänien hergestellte PKWs eventuell bergen. Der Markt für Billigautos in der Schweiz ist noch relativ jung. Es wird sich wohl in diesem Jahr noch einiges tun, so dass auch die Schweiz günstige Vierräder kaufen kann.