Selbstständig werden mit Heimarbeit

Sandra Brechbühl hat es geschafft: Sie hat ihr Hobby zum Beruf gemacht. Angefangen hat alles nebenher in Heimarbeit. Heute ist sie ihre eigene Chefin. Sie bezeichnet sich selbst als selbstständig in Heimarbeit.

Auf den Trichter gebracht hatte sie damals eine Freundin. So lies sie sich dazu überreden einen Filzhandwerkkurs zu besuchen. Die anfängliche Skepsis entpuppte sich als leidenschaftliche Passion. Heute verkauft sie auf Ihrer Webseite selbstgemachte Zwerge aus Filz sowie andere Produkte aus Filz und bietet außerdem Kurse an.

Die Zwerge kosten je nach Grösse zwischen 35 und 340 Franken. Die gelernte Möbelschreinerin arbeitet noch immer einmal die Woche in ihrem alten Betrieb. Ausserdem ist sie vor Mutter eines Sohnes und hat durch das selbstständige Arbeiten Zeit für den Kleinen. Immer mehr Schweizerinnen und Schweizer träumen ebenfalls davon, ihren Bürojob zu verlassen und sich selbstständig zu machen. Die einen, weil sie mehr Zeit mit ihren Kindern verbringen wollen. Die anderen, weil sie eine tolle Geschäftsidee haben, die genau zu ihren Interessen passt.

Nebenbei sich ein zweites Standbein aufbauen

Doch anstatt den Job zu kündigen und mit der selbstständigen Erwerbstätigkeit gleich auf ganzes Risiko zu gehen, entscheiden sich viele für eine Kombination aus Teilzeitjob und Selbstständigkeit oder machen sich gewissermassen nebenbei in Heimarbeit als Ergänzung zum Haupterwerb selbstständig.

Im ersten Fall sichert der Teilzeitjob ein Grundeinkommen und ein Minimum an Versicherungsschutz. Die zweite Variante hilft dem Firmengründer sich langsam am Abend und am Wochenende einen gewissen Kundenstamm zu erarbeiten, bevor er den grossen Schritt wagt und den Hauptberuf kündigt. Auf diese Weise kann das Risiko einer Selbstständigkeit begrenzt werden und als Experiment mit offenem Ausgang verfolgt werden. Wenn es gut läuft, kann das Geschäft Schritt für Schritt erweitert werden.

Harter Kampf ums Überleben

Dem Informationsportal Berufsberatung Schweiz zufolge sind die meisten Unternehmen in der Schweiz Kleinstfirmen. Die sogenannten Mikrounternehmen haben bis zu 9 Mitarbeiter. Der Trend für kleine Unternehmen gilt für die gesamte Schweiz. So gibt es hierzulande kaum Firmen, die über 250 Mitarbeitende beschäftigen.

Laut dem Bundesamt für Statistik werden jährlich etwa 12.000 Firmen neu gegründet. Davon überlebt jedes vierte Unternehmen das zweite Jahr nicht. Für jedes zweite Start-Up ist nach fünf Jahren Schluss. Vor allem im Diensleistungsbereich ist die Sterberate von Unternehmen deutlich höher als im industriellen oder gewerblichen Bereich. Doch Betriebe, welche die Fünf-Jahres-Grenze überleben, beschäftigen dann auch deutlich mehr Angestellte.

Diese ernüchternde Statistik zeigt, dass der Schritt in die Selbstständigkeit sehr genau überlegt und gut vorbereitet sein will und muss, um erfolgreich zu sein.

 
Potenzielle Selbstständige sollten sich selbst ein paar ehrliche Fragen stellen:

  • Habe ich die Fähigkeiten und Kenntnisse, um sicher zu sein, dass ich aus eigener Kraft ein Geschäft aufbauen und mich im Markt behaupten kann?
  • Kann ich mit meinen bisherigen Leistungen bei möglichen Kunden Vertrauen erwecken?
  • Habe ich ausreichend Beziehungen, um meine geschäftlichen Pläne zu fördern?
  • Habe ich eine gewinnende Unternehmer-Persönlichkeit? Gehe ich gerne auf Menschen zu und kann mich zwanglos mit ihnen austauschen? Kann ich visionäre Pläne entwickeln und durchsetzen? Kann ich Prioritäten setzen und bewahre ich in chaotischen Situationen den Überblick? Wie gut kann ich mit Rückschlägen umgehen? Wie gut kann ich mich selbst motivieren?
  • Wie sehen meine finanziellen Reserven aus? Was passiert, wenn ich längere Zeit weniger als jetzt verdiene und mein Unternehmen neues Kapital braucht?
  • Sind Freunde, Partner und Familie bereit, mich zu unterstützen, wenn es mal nicht gut läuft?
  • Ist mein Businessplan so gut, dass er ohne Probleme von Banken und Steuerberatern geprüft werden kann?
  • Was ist mein Plan B, wenn alles schiefgeht?

Gründergedanken

Damit die Firmengründung gelingt, ist es darüberhinaus essenziell, dass man seine eigenen Stärken und Schwächen sowie das wirtschaftliche Umfeld realistisch einschätzt und sich darauf einstellt, einige Jahre viel und lange zu arbeiten und dabei vielleicht weniger zu verdienen als bisher.

Auch über die Rechtsform der eigenen Firma sollte man sich Gedanken machen. Fast jedes zweite Schweizer Unternehmen ist eine Einzelfirma. Das hat natürlich seine Gründe:

Vorteil Nachteil
Es ist keine Kapitalhinterlegung nötig und die Eintragung in den Handelsregister wird erst ab 100.000 Franken Jahresumsatz obligatorisch. Der Firmeninhaber haftet mit seinem gesamten Vermögen, muss seine Altersvorsorge und Unfallversicherung komplett selbst tragen und darf sich nicht mehr gegen Arbeitslosigkeit versichern.

 
Wer sich bei einer dieser Fragen noch nicht ganz sicher ist, kann es wie gesagt erstmal mit ein bisschen Selbstständigkeit nebenbei in Heimarbeit ausprobieren und seine Leistungen auf eigene Rechnung anbieten, beispielsweise als Grafiker, Übersetzer oder Texter. Solche Jobs werden oft über Crowdsourcing-Portale wie PeoplePerHour oder Freelancer angeboten und sind eine gute Möglichkeit, erste Erfahrungen in der freiberuflichen Arbeit mit Kunden zu sammeln.

Noch einfacher wird es, wenn man mit dem Beantworten von Online-Umfragen in Heimarbeit anfängt. Die Registrierung auf UmfragenVergleich ist kostenlos, und schon senden auf Wunsch gleich mehrere Marktforschungsinstitute Einladungen zur Teilnahme an den Umfragen. Für Ihren Einsatz werden Sie mit 5 bis 20 Franken vergütet, manchmal ist es sogar mehr. Manchmal gibt es statt Geld auch Geschenkgutscheine oder geldwerte Bonuspunkte.

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