Seriöse Angebote zur Heimarbeit in der Schweiz

„Seriöse Heimarbeit“ oder „Einfacher Nebenverdienst“ – leider nutzen dubiose Anbieter in Kleinanzeigen immer wieder ausgerechnet vertrauenserweckende Überschriften wie diese, um Jobinteressenten hinters Licht zu führen.

Viel zu häufig verbirgt sich hinter Online-Inseraten, die seriöse Heimarbeit versprechen, jedoch ein illegales Schneeballsystem. Der Trick dabei ist simpel: Um an die beworbene Heimarbeit überhaupt zu gelangen, müssen Interessierte zunächst 30 Franken an den Anbieter überweisen, um die entsprechenden „Unterlagen“ zu erhalten. Diese entpuppen sich häufig als lächerliche 5 Seiten sinnloser Anleitungen, wie man selbst dubiose Anzeigen schalten kann. Der Wert dieser Worte dürfte jedoch lediglich ein paar Rappen wert sein.

Das Schneeballsystem in der Schweiz

Der Geschäftsführer der Schweizerischen Kriminalprävention, Martin Boess, warnt deshalb vor übermotivierten Heimarbeit-Interessten, auf diese „fiese Masche“ herein zu fallen. Denn so absurd es klingen mag, macht sich ein jeder strafbar, der die Unterlagen weiter verkauft und dadurch wiederum andere zum Weiterverkauf anstiftet. In der Schweiz tritt hiebei das Bundesgesetz über Lotterien und gewerbsmäßige Wetten ein, welches bereits seit 1924 das „Schnellballsystem“ untersagt. Das Verbot wurde zudem am 19. Dezember 1986 im Bundesgesetz den unlauteren Wettbewerb betreffend mit aufgenommen. Wird das Gesetz missachtet, so kann dies zu bis zu 3 Monaten Haft und mit bis zu 10‘000 CHF bestraft werden.

In den AGBs der Unterlagen heißt es, dass eine Rückerstattung der 30 Franken ausgeschlossen sei. Dennoch meint Boess, dass die Geprellten in jedem Fall versuchen sollten, das Geld zurück zu verlangen. Höchstwahrscheinlich bleibt diese Forderung erfolglos. Dennoch ist es ein Versuch wert. Diese Erfahrung kann als Lehre im Bereich Schneeball- oder Pyramidensystem abgehakt werden. Einen Verantwortlichen zu finden, ist aussichtslos.

Heimarbeitgesetz

Dieses Beispiel zeigt, dass der Schweizer Markt für Heimarbeit gebrandmarkt ist. Wirklich seriöse Angebote sind nur schwer von den dubiosen zu unterscheiden. Wer also auf der Suche nach einem seriösen Job in Heimarbeit ist, sollte einige Regeln zunächst beachten. Regel Nummer eins – und damit auch die wichtigste: Um Jobinserate mit übertriebenen Verdienstaussichten sollte ein großer Bogen gemacht werden. Fahrdienste für 8‘000 Franken im Monat oder Versprechungen von 90 Franken die Stunde sind lediglich Köder, um arglose Leute mit dem Wunsch auf einen Nebenverdienst in die Falle zu locken. Jedes Angebot sollte deshalb kritisch überprüft werden. Guter Rat kann auch vom Partner kommen, der eventuell mit einem objektiven Auge auf das Jobangebot blickt.

Wenn die Art der Tätigkeit nicht klar und ausführlich beschrieben wird oder der Name des Auftraggeber mitsamt Telefonnumer nicht genannt wird, so sollte auf ein Arbeitsverhältnis in weiser Voraussicht verzichtet werden. Alarmglocken sollten außerdem schrillen, wenn das erste Treffen mit dem neuen Arbeitgeber in einer Kneipe stattfinden soll. Seriöse Arbeitgeber laden in der Regel ins Büro ein – natürlich gibt es auch Ausnahmen, diese sind jedoch sehr selten.

Faustregel bei der Suche nach Heimarbeit

Grundsätzlich gilt, dass sich der Trend wandelt und die klassische Heimarbeit in der Schweiz, die durch das Heimarbeitsgesetz geregelt wird, immer weniger anzutreffen ist. Die Zeiten, in denen die ganze Familie abends am Küchentisch zusammensaß und beispielsweise Kugelschreiber montierte, sind heutzutage lange vorbei. Vielmehr werden Kugelschreiber mittlerweile vollautomatisch gefertigt. Manuelle Montage wird, wenn überhaupt, noch regional von Betrieben vergeben.

Wer seriöse Heimarbeit im Internet sucht, sollte sich auf entsprechenden Portalen umschauen. Auch Freelancer-Plattformen können interessante Aufträge bieten. Vorteil dieser Plattformen ist, dass der Arbeitgeber meist von anderen Freelancern bereits bewertet wurde. Dadurch lässt sich einfach erkennen, mit wem sich eine Zusammenarbeit wirklich lohnt.

Eine weitere, risikofreie Alternative ist das Beantworten von Onlineumfragen. Die auf Umfragenvergleich vertretenen Marktforschungsinstitute, welche die Umfragen erstellen, sind allesamt Mitglieder im internationalen Branchenverband ESOMAR. Mitglieder müssen strenge Qualitätsstandards befolgen. Das bedeutet, dass die eigenen Daten geschützt und die Teilnahme garantiert kostenlos ist. Selbstverständlich lässt sich mit dem Ausfüllen der Umfragen kein regelmäßiges Einkommen erzielen. Druchaus kann aber ein nettes Zubrot in Form von Barem oder Gutscheinen dazuverdient werden.

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