Spartipps für Studenten in der Schweiz

Die Schweiz ist zweifelsohne ein teures Pflaster. Gerade als Student möchte man ja doch am Wochenende nicht nur zu Hause sitzen, sondern sich auch mal das ein oder andere Bierchen gönnen. Mit diesen Tipps und Tricks lassen sich auch in den teuren Schweizer Universitätsstädten viele Fränkli sparen:

Spartipps für Studenten in der Schweiz



Während gebürtige Schweizer an die Preise gewöhnt sind (und meistens auch über ein entsprechend hohes Einkommen verfügen), erwischt es Studenten oft kalt, wenn sie aus dem Ausland in die Schweiz ziehen und sehen, wie schnell sich ihre neu eingetauschten Franken in Luft auflösen. Doch auch einheimische Studenten merken häufig erst, wie teuer die geliebte Heimat ist, wenn sie ihr Leben ohne regelmässige Einkünfte selbst finanzieren müssen.

Internetportale nutzen und Preise vergleichen

Wer aus dem Ausland in die Schweiz umsiedelt oder gerade erst bei Mama und Papa auszieht, weiss häufig nicht, was das Leben eigentlich so kostet. Auf die Schweiz spezialisierte Suchmaschinen wie Comparis helfen hier auf die Sprünge, zum Beispiel bei den Kosten für Mobiltelefonie, Internet oder Versicherungen. Auch Angebote des Einzelhandels können hier verglichen werden - egal ob es um die Tütensuppe geht, eine Flasche Wein oder um Shampoo.

In grenznahen Städten lohnt sich auch ein Vergleich zwischen Schweizer und deutschen Preisen, wie ihn zum Beispiel Preisbarometer anbietet. Wer die Kategorie "Nahrungsmittel" auswählt, erfährt, dass die Preise im Schweizer Migros 45% über den Preisen eines günstigsten deutschen Ladens liegen. Da lohnt es sich schon, mit dem Auto über die Grenze zu fahren und einen Grosseinkauf an haltbaren Grundnahrungsmitteln zu machen.

Ein weiterer heisser Tipp für "Grenzgänger": Es gibt Unternehmen, die einen Liefer- und Depotservice auf der deutschen Seite der Grenze anbieten, zum Beispiel Las-Burg. Sie ermöglichen es, alle möglichen Pakete innerhalb Deutschlands zu günstigen Preisen liefern zu lassen, die dann im Depot in Weil am Rhein abgeholt und über die Schweizer Grenze gebracht werden können - natürlich auch Muttis CARE-Pakete mit den geliebten Leckereien von zuhause. Wer nicht gerade in Basel wohnt, sollte jedoch immer überschlagen, ob sich die Depotgebühren und die Fahrtkosten rechnen.

Second Hand nutzen: Internetportale, Flohmärkte und vieles mehr

Studenten kommen und gehen. Dies gilt gerade für internationale Universitätsstädte, in denen viele Studenten von auswärts kommen und nach ein bis zwei Jahren häufig schon wieder gehen. Das „Schwarze Brett“ in der Universität, Internetportale für Studenten wie UniBas und Kleinanzeigenmärkte wie Piazza und Online-Anzeigen helfen dabei, günstige und doch gute Second Hand-Möbel für die Studentenbude zu finden, nützliche Elektrowaren wie Fernseher, Handy und Mikrowelle, aber auch teure Fachliteratur für das Studium, Computersoftware und vieles mehr. Die gleichen Seiten sind ebenso wie Flohmärkte auch eine gute Möglichkeit, Dinge für die private Unterhaltung günstig zu kaufen - gebrauchte Bücher, DVDs oder Computerspiele zum Beispiel. Noch günstiger ist es natürlich, die Universitätsbücherei und die Stadtbibliothek zu nutzen um Bücher, Filme und Musik ganz kostenlos auszuleihen.

Rabattjagd im Internet und in der Stadt

Bleiben wir noch kurz im Internet: Schnäppchenjäger finden online zahllose nützliche Adressen für Rabattcoupons und Gutscheine wie Gutschein CH und Gutscheine24 oder direkt auf den Websites beliebter Einkaufsketten.

Eine hervorragende Adresse ist auch Klugnet - hier finden Studenten eine umfangreiche Übersicht über Fabrikläden, Outlets, Restpostenverkäufe und ähnliche Sonderangebote für Produkte aller Art. Die Fabrikläden lassen sich dabei sowohl nach Produkten filtern als auch nach Kantonen - ideal für alle, die keine grösseren Strecken zurücklegen können oder wollen. Sehr hilfreich ist hier auch der Kalender für Rampenverkäufe: Dabei handelt es sich um spezielle, zeitlich sehr begrenzte Aktionen, bei denen Schweizer Händler ihre Restbestände zu supergünstigen Preisen "an der Rampe" abgeben: Von edlen Möbeln aus Massivholz bis zu leckeren Snacks aus Überproduktionen ist hier alles dabei.

Sparen lässt sich auch in den Brockenhäusern oder "Brockis": So wurden ursprünglich Secondhand-Läden genannt, die von Wohltätigkeitsverbänden wie der Heilsarmee geführt werden. Da der Begriff jedoch nicht geschützt ist, nennen sich mittlerweile auch viele andere Secondhand-Läden und Trödler so. Brockenhäuser gibt es in jeder grösseren Schweizer Stadt.

Günstige Lebensmittel

Teure Lebensmittel sind ein Dauerbrennerthema in der Schweiz. Wer nicht ständig zum Einkaufen über die deutsche Grenze fahren kann, sollte in den Supermärkten auf günstige Eigenmarken wie M-Budget (Migros) und Prix Garantie (Coop) setzen, die sich qualitativ nicht von den teureren Marken unterscheiden. In den grossen Supermärkten gibt es auch immer "Grabbeltische" mit Produkten, deren Haltbarkeitsdatum fast abgelaufen ist und die stark ermässigt verkauft werden. Sparen lässt sich auch, wenn abends kurz vor Ladenschluss eingekauft wird: Frischwaren wie Obst, Gemüse und Brot werden dann häufig zu günstigen Preisen angeboten.

Gerade bei Obst und Gemüse lohnt es sich zudem, saisonal einkaufen: Niemand muss im November teuer importierte Erdbeeren auftischen. Wer sich an regionale Obst- und Gemüsesorten hält und saisonal einkauft, kann viel Geld sparen.

Umgekehrt verhält es sich bei Kleidung: Hier ist es immer günstiger, im Schlussverkauf einzukaufen und beispielsweise zu Herbstbeginn Sommersachen für das nächste Jahr zu kaufen. Es muss ja nicht immer der allerneueste Modeschrei sein. Weitere Anlaufstellen für günstige Kleidung sind Flohmärkte und Secondhandläden.


Günstiger geht es nicht: Tauschen statt Kaufen

Auch in der Schweiz wehren sich immer mehr Menschen gehen den allgegenwärtigen Konsumrausch und organisieren Tauschbörsen. Online kann zum Beispiel über Der Tausch und Im Tauschrausch alles Mögliche von gelesenen Büchern über Kleidung bis hin zum Computer eingetauscht werden. Aber auch vor Ort in den Schweizer Städten gibt es regelmässige Tauschbörsen, auf die in Lokalzeiten aufmerksam gemacht wird.

Getauscht wird immer häufiger auch "Zeit". Gerade für Studenten ist dies eine gute Gelegenheit, die eigenen Fähigkeiten zu nutzen um Geld zu sparen. Informatikstudenten können beispielsweise anbieten, kostenlos eine schöne Website für einen Handwerker zu erstellen - der im Tausch dafür die kaputte Waschmaschine oder die tropfende Dusche repariert. Andere können beispielsweise ihre Dienste als Babysitter gegen einen kostenlosen Haarschnitt tauschen oder Nachhilfestunden in Englisch gegen eine kostenlose Massage. In Zürich ist die Zeittauschbörse "Tauschen am Fluss" aktiv, in Basel ist sie unter "Zeittausch" zu finden.

Wo sich sonst noch sparen lässt

Einige Dinge sind so einleuchtend, dass sie eigentlich nicht mehr erwähnt werden müssten. Dazu gehört beispielsweise das Rauchen, eine der teuersten Methoden, die eigene Gesundheit zu ruinieren. Wie viel Geld sich mit dem Aufhören sparen lässt, wird am deutlichsten, wenn das Geld für die tägliche Packung Zigaretten in ein Sparschwein gesteckt wird: Nach einigen Wochen reicht es meistens schon für eine grössere Anschaffung.

Sparen lässt sich auch mit den eigenen Füssen: Wer auf ein teures Semesterticket verzichtet oder das eigene Auto aufgibt und stattdessen in der Universitätsstadt zu Fuss oder mit dem Fahrrad unterwegs ist, spart auf Dauer viel Geld. Dazu kommt der Fitness-Effekt: Durch die tägliche Bewegung kann auch noch die Gebühr für ein Fitness-Studio gespart werden. Wer viel Zeit hat und auf jeden Franken achten muss, kann ausserdem Portogebühren sparen, in dem "Papierkram" persönlich abgegeben wird, statt mit der Post zu schicken.

Und schliesslich: Es müssen nicht immer Lifestyle-Produkte wie der Cafe Latte von Starbucks sein oder die belegten Brötchen vom Bäcker neben der Uni. Sparen lässt sich auch mit dem selbstgeschmierten Butterbrot und dem Filterkaffee, der von zuhause in einem Thermosbecher mitgenommen wird.

schreibt regelmäßig für UmfragenVergleich.

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